Familien XV Treffen – Freitag

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Donnerstag Nacht auf dem Treffen ist immer so ein Überraschungsei. Nach den Konzerten im Zelt kann grundsätzlich erst mal alles passieren. Man geht in Ruhe Tanzen, sitzt mit Freunden hinten auf dem Platz oder findet das, was wir Absturz nennen. Dazu bedarf es eines Partners der das selbige im Kopfe hat wie Du... Feiern bis die Stiefel qualmen, Saufen bis die Pisse im Stehen kalt wird. Das mag an dieser Stelle jetzt etwas derb klingen. Jener Absturz ist aber anerkanntes Welt EBM Erbe und wird international von vielen Kulturen gepflegt.

Sind die Interessen beider eindeutig geklärt, begibt man sich in Hörweite guter EBM Musik und in Schrittweite des Getränkewagens in eine bequeme Position. Der oder die, über die Jahre geschulte. Bierausschankfachkraft erkennt euer Ansinnen natürlich sofort. Noch bevor ihr zu Ende bestellen könnt, kommen zwei Bier und zwei Pfeffi zu euch. Zahlen, Anlächeln, Schlucken.

Nein ist jetzt kein schlechter Porno, mehr Getränkeerotik, später Gleichgewichts SM und zum Finale Bondage mit den eignen Gliedmaßen. Also eher ein komplexer Vorgang der zum Totalausfall der Muttersprache führt aber das Glückslevel auf ungeahnte Höhen steigen lässt.

Konversation ist im weiteren Verlauf eines Absturzes auch ein eher Kräfte raubendes etwas. Gesten, Laute die an Brunftschreie erinnern reichen völlig, um der Bierausschankfachkraft zu vermitteln, dass schon wieder Klimawandel im Getränkebecher herrscht.

Diese füllt verwüstete und trockene Becher schnellsten auf, dass ihr vor Freude erst mal ein Drittel auf die Theke kleckern könnt. Dieses Ritual wird als Opfer an die Biergöttin angesehen und grinsend vollzogen. Hilfreich ist außerdem, wenn das zweite Drittel dabei auf die Theke kleckert, wenn der Absturzpartner Dir mitten im Opferritual Feuer geben möchte für die Zigarette die Du seit 56 min. im Mund hast. Während die Bierausschankfachkraft eure Opfergaben von der Theke wischt, ist die beste Zeit Socialising zu betreiben. Dazu einen gerade an euch vorbei laufenden Festivalbesucher ansprechen. In einer Mischung aus gebrochenem Deutsch, Englisch und Suaheli mit bayrischem Akzent macht Ihr dem Gegenüber klar, wie erfreut Ihr doch gerade seid, ihn oder sie, jetzt zweimal hier zu sehen.

Ein Kopfnicken macht euch klar das euer Grußritual verstanden wurde. Zeit ein frisches Bier zu holen, denn das dritte Drittel wurde beim Versuch dem neuem Freund die Hand reichen auch verkleckert.

Jetzt irgendwie der Bierausschankfachkraft klar machen was man will. Beide Hände werden bereits zur Grundsicherung der Körperhaltung tief in den Thresen gepresst. Beim Versuch verbal ein frisches Getränk zu ergattern zieht man fragende Blicke der umherstehenden auf sich. Der Moment seinen Absturzpartner per Lautsprache anzudeuten das der Bestellvorgang seine Hilfe braucht. Rettend herbei stürzend, klammert sich Dein Kamerad an Dich und schaut Dir fragend, aber durstig, in die Augen.

Du würdest jetzt gern einen tröstenden und verständnisvollen Satz aussprechen. Aber die zusätzliche Last deines Freundes macht dir sprechen unmöglich. Jetzt hoffen, dass die Bierausschankfachkraft dieses leidende Duo erkennt und die Notsituation in der sich beide befinden. Die Zigarette ist auch schon wieder seit 10 min aus. Nach langem leiden erkennt man eure Not und zwei Bier machen sich auf vor euch zu landen. Jetzt den Absturzpartner nach DIN Norm an die Theke lehnen und selbst zum einhändigen halten übergehen und langsam am Becher vorbei Greifen. Ok, die Richtung war gut, leichte Kurskorrektur und schon ist der Becher in der Hand.

Ja etwas Überspitzt. Aber jeder der lachen musste. Erwischt! 😀 Warum deute ich darauf hin?

Weil du in dieser Familie genau DAS kannst. Dich auch mal hemmungslos gehen lassen. Egal ob Mann oder Frau. Da wird aufgepasst aufeinander. Es sind diese kleinen Details die den Flair auf dem Platz ausmachen. Dieses Grundverständnis füreinander.

Und da hunderte Menschen auf dem Platz sind, die am nächsten Tag deine Filmrisse mit Ausschnitten kompletieren, hast pünktlich zum Mittag deinen Absturz komplett. 

Wenn der Absurz verdaut ist, kommt wieder diese Laune auf Live Musik und davon gab es Freitag ne ganze Menge.

Familien XV Treffen

Freitag

Den Auftakt machte Bathead. Da das Familientreffen auch dem Artenschutz verpflichtet ist, der richtige Zeitpunkt mal tierisch auf die Gruseltube zu drücken. Zwischen Horror, Psycho und EBM bewegt sich Bathead und frischte das Line-Up thematisch mal ordentlich auf. War absolut Klasse!

Bathead - Alle Bilder @ Flickr

Dieser Auftakt machte Durstig. Damit war es Zeit für etwas russische elektronische Lebensfreude. Strong Product. Derb gefeiert von euch auf dem Beton, machten die beiden mal ordentlich Druck. Ich liebe ihren Sound der die russische Folklore einbezieht. Immer wieder ein Genuss für die Ohren!

Strong Product - Alle Bilder @ Flickr

Vodka für die Gehörgänge brauchte es nicht damit Dance or Die (verfluchte Kacke, so heißen die!) oder Neudeutsch Darknes on Demand das Ruder übernahmen. Klänge aus vergangenen Jahren, Club Hits zum schwelgen. Abfahrt in die Jugend und zurück zu Musik die viele prägte. 

Darknes on Demand - Alle Bilder @ Flickr

Nach dieser elektronischen Frischzellenkur sollte etwas mit Spannung erwartetes die Bühne Entern.  Fïx8:Sëd8 und damit Martins charismatische Show stand unmittelbar bevor. Das neue Werk frohlockt hier auch schon die ganze Zeit, aber so lange ich FT Bilder und Berichte mache... NEIN! Dann wird nämlich nichts mehr und ich höre Musik. 😉

Fïx8:Sëd8 - Alle Bilder @ Flickr

Aus Dänemark angereist, Negant und diese machten erst mal ne Druckreinigung der Tanzfläche. Sehr geile Einlage der Jungs die ordentlich Bewegung ins Vorfeld brachte. 

Negant - Alle Bilder @ Flickr

Mit zwei Mann mehr und Straight Ahead Movement beflaggung, hämmerten NordarR mal wieder ihre Initalien in den Beton von Sandersleben. Leider mit techn. Problemen zu Beginn, was sehr bedauerlich war, aber zum Ende mit Druck aus allen Rohren. Wie immer sehr geil wenns in die härtere Schine geht und damit ein Balsam für das wütende Gemüt. 😉

NordarR - Alle Bilder @ Flickr

Und so richtig was fürs Herz gabs zum Finale. Paranoid bzw. heute Paralyzzer. Das ich in Gräfenhainichen keine Zeit hatte hat mich ja schon gewurmt ohne Ende. Aber endlich war die Stunde da mir ein paar Tracks aus den goldenen Jahren des EBM zu gönnen und dazu, on Top, gleich neues Paralyzzer Material live zu hören. Es war ein würdiges Finale, die Masse hat es derb gefeiert. Könnte man gleich noch mal machen. 

Paralyzzer - Alle Bilder @ Flickr

Ich habe die Nacht mit der reizenden Kirsten im Sportlerheim verbracht. Tanzen bis die Füße qualmen und natürlich für ausreichend Flüssignahrung sorgen. Als ich ins Zelt bin wars schon Hell und die Zeit zum schlafen verdammt kurz. Egal!

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