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April 9, 2022

MRDTC – Monarch EP & Interview


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MRDTC - Monarch EP

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MRDTC - Monarch EP

Meine Reise mit MRDTC begann mal mit "#3 We Travel" und seit dem begeistern mich die beiden immer wieder mit dichten, Genre übergreifender Elektronik, die Herz und Kopf sowie einen hohen Anspruch an Musik vereint.

MRDTC hat sich binnen kurzer Zeit große Bekanntheit in der Szene verschafft, viele gute und umfangreiche Kritiken einfahren können. Völlig zu Recht, wenn man bedenkt, dass beide Musik nur als Hobby machen.

Die auch, es sei mal erwähnt an dieser Stelle, durchaus das Talent haben ein Genre zu entwickeln. New Beat EBM hatte mal diesen Anspruch und MRDTC haben diesem Genre durchaus einen Stempel aufgedrückt. Kein Ausruhen auf altem Material, immer den Anspruch anders zu klingen, keine Angst vor Experimenten, Genregrenzen? Gab es nie,  MRDTC prägte seinen Sound, nicht den andrer. Einflüsse waren erkennbar, waren Stilmittel, aber nichts, das davon abhielt das, gesamte so zu formen, dass Musik wie Text eine stimmige Einheit wurden.

Nach längerer Pause, zu der im Interview alles gesagt wird, erscheint jetzt Monarch als neue EP zusammen mit dem gleichnamigen Video. Ein Muss daher, die Jungs zu allem zu befragen, was interessant ist.

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Mit „#2 (We Transfer)“, dem ersten vollen Album, begann die Reise von MRDTC ja nicht. Bis dato gab es ja schon einiges an Promo und Tracks zu hören. Heute haben wir 2022. 10 Jahre Bandgeschichte sind geschrieben, die Protagonisten reifer und gesetzter.

Wenn ihr beiden euch nach hinten umschaut, auf das Gesamtwerk MRDTC blickt, Releases wie Live Dates Revue passieren lasst: Stellt sich Zufriedenheit ein? Blitzen Highlights auf, die ihr persönlich noch im Kopf habt? 10 Jahre ein Projekt. Wie fühlt es sich heute an?

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MRDTC hat sich stets weiterbewegt. Diesen fortwährenden Prozess aufrecht erhalten zu können, mal von der jetzt hinter uns liegenden Situation abgesehen, macht schon irgendwie zufrieden. Wir konnten alle unsere avantgardistischen Ideen umsetzen und fühlen uns in der Gruppe der „wenig Zugänglichen“ recht wohl. Wir hatten mit MRDTC eine Menge Spaß, waren viel unterwegs und eingebettet in das immer wiederkehrende Resultat, dass es wunderbar funktionierte. Ich denke, wir beide wollten das wieder zurück.

TC


Zufriedenheit ja, es ist für mich allerdings auch eine ganze Menge an Überraschung dabei, wenn ich mir überlege was aus einem Gastvokal für ein Mr. Dupont Album 2011 letztendlich geworden ist... das habe ich mir damals in Sandersleben, im goldenen Opel Omega sitzend ganz sicher nicht so vorstellen können. Das war zumindest der Moment, in dem wir aus einer Bierlaune heraus den Entschluss zur Gründung von MRDTC getroffen haben. Okay, es könnte auch eine Mixgetränklaune gewesen sein 😉

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Ihr hattet im Verlauf eurer Releases und Historie ja einmalige Chancen, wie bei Jörg Freiers damaligen Label Emmo.biz unterzukommen und damit verbunden Alben veröffentlichen zu können, die man als echte Sammler und Fanware bezeichnen kann. Im gleichen Atemzug bekamt ihr und die Musik viel mehr Aufmerksamkeit in der großen Szenepresse. Ihr werdet sicherlich Rezensionen und Kritiken zu euren Alben lesen.

Wie geht ihr damit um im Vorfeld neuer Aufnahmen und Arbeiten? Beeinflussen euch Meinungen und Kritiken?

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Natürlich lesen wir Rezensionen. Das kann unter Umständen sehr unterhaltend sein. Statt sie aber informieren sollten sind sie nicht selten aber doch Meinungen von einzelnen Personen und die eine kann etwas gut finden, was einer anderen aber wieder missfällt. Und Musik zu machen, die prozentual am erfolgversprechendsten einer festgelegten Richtung folgt, statt nach unseren Vorstellungen, kommt für MRDTC nicht in Frage. Beeinflusst haben wir uns daher nur durch uns selbst oder Dingen, die nichts mit MRDTC zu tun haben. Das kann Musik sein, das kann aber auch ein glücklicher Moment sein. Sich durch eine Meinung, die eine Reaktion auf ein bereits existierenden Song ist, für etwas neues beeinflussen zu lassen, halte ich für kontraproduktiv. Das würde bedeuten, die meisten Bands klingen nach einer gewissen Zeit gleich. Als wir damals begannen, hatten wir keine konkrete Idee vom Gesamtbild. Wir begriffen schnell, dass MRDTC zu einem eigenständigen Individuum werden muss, dass sein Leben lebt, so wir auch. Das trägt es ja eigentlich schon im Namen. Und alles was danach kam, waren Prozesse, die immer eine Basis hatten. Uns. Eine sehr philosophische Arbeitsweise, die aber aufgrund der klanglich sich immer mehr annähernden Soundstrukturen, für uns die richtige war und ist.

TC


Mit Rezensionen ist das so eine Sache... Lese ich sie? Ja! Haben Sie eine Auswirkung auf mich? Nein! Ich störe mich nicht am Verriss, ist er doch eine mögliche Resonanz auf eine Veröffentlichung. Damit sollte, ja muss jeder rechnen, der in irgendeiner Form publiziert und sollte daher nicht beleidigt sein, gefällt dem einen oder anderen sein Werk nicht. Da gehört sicher etwas Selbstreflexion dazu, jedoch glaube ich, dass ich diese habe. Ich freue mich selbstredend über positives Feedback. Eitelkeit und Lob sind gegenseitige Katalysatoren... Im Gegensatz zu MRD und vielen meiner Musikerkollegen höre ich mir meine Veröffentlichungen nach der Fertigstellung (fast) nicht mehr an. Insofern kann ich für mich ausschließen, dass die Meinung anderer einen Einfluss auf die Musik meiner Projekte hat. Vielmehr schlagen sich in der Musik der Austausch mit dem Bandfreund und meine zum Zeitpunkt der Komposition aktuelle Präferenz für Ton und Wort nieder... ich/wir machen also einfach nur das, was wir für richtig halten.

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Absoluter Höhepunkt für mich persönlich war euer letztes Album „Straight from Nothington“,

das absolut umfangreich, vielfältig und thematisch wie ein Soundtrack zu einer Story angelegt war. Musikalisch eine Reise durch alle Genres der elektronischen Musik. Immer noch eine Perle für mich, die an Klasse nichts verloren hat. Jetzt werdet ihr im allgemeinen als EBM Band betrachtet, habt mit vielen Tracks und Alben auch gut in diese Kerbe geschlagen. SFN war aber wirklich absolut komplex musikalisch, vielschichtig.

EBM als Fanszene ist oftmals musikalisch viel minimaler ausgerichtet. Wie seht ihr euch im Bezug auf Schubladen?

TC


EBM oder nicht EBM? Ich persönlich hatte schon vor vielen Jahren eine Reizüberflutung hinsichtlich dieser drei Buchstaben und der damit einhergehenden Symbolik und Klassifizierung. Ja, ich liebe Musik, die diesem Genre zugeschrieben wird, jedoch nicht zwangsläufig alles. Mit der omnipräsenten Symbolik konnte ich mit Ausnahme einer großen Band aus UK noch nie etwas anfangen. Für mich gibt es nur Musik die mir gefällt und Musik, die mir nicht gefällt. Ich denke nicht über Genres nach. Seit wir begonnen haben, war und bin ich ausschließlich für den Vokal-Part zuständig. Das ist das, was ich meiner Meinung nach am besten kann und MRD macht die Musik. Wenn dann am Ende so ein Ding wie SFN herauskommt, ist das immer toll, weil es eben atypisch ist und vielleicht deshalb für einige gut funktioniert. Mit emmo.biz an unserer Seite hatten wir selbstredend einen zielgruppenorientierten Partner, der einen sehr guten Job gemacht hat. E
ine tolle Zeit!

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Wir haben immer betont, nie Mauern bauen zu wollen, die wir eventuell wieder einreißen müssen. Das MRDTC so klingt wie es klingt, liegt nun mal an unserer Liebe zur EBM. Das da natürlich noch viel mehr ist, sollte jedem klar sein. Müssten wir es labeln, wäre Avantgarde Body Music vielleicht die treffendste Wahl. Im Produktionszeitraum von Monarch waren besonders Talk Talk und Gost bei mir präsent, aber auch Voltaire und Arno Gruen. Das schließt grobe Empfehlungen wie „klingt nach ...“ oder „Für Fans von ...“ aus und das ist auch so gewollt. Straight from Nothington ist insofern ein Extremfall, da wir nicht nur in der Gesamtstruktur, sondern auch bei jedem Titel selbst alles aufgefahren haben, was damals verfügbar war. We Transfer hatte ja bereits den Ruf, wie ein Sampler zu klingen, aber mit diesem Ergebnis hatten selbst wir nicht gerechnet.

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Ich selbst liebe es, wenn die Grenzen der EBM überschritten werden, bzw. jemand hart an den Grenzen agiert. Wie definiert ihr es für MRDTC? Darf EBM mehr als nur 2 Lines und Drums? Ist der Anspruch, ein Genre auch zu entwickeln und nach vorn zu bringen, etwas das euch antreibt?

MRD

Es gibt dieses ungeschriebene Gesetz, wie EBM funktioniert und hält man sich daran, können sich neue Strukturen öffnen. Viele Künstler klammern sich aber oft an etwas, von dem sie bereits überzeugt sind und stehen der Inspiration im Weg. Sich zu öffnen, Grenzen nicht nur auszuloten, sondern zu überschreiten ist ein waghalsiger Schritt, den manche sich nicht zu gehen trauen. Und natürlich tragen auch wir wie viele andere Künstlerkollegen, Zuhörer und Veranstalter etwas zur EBM Subkultur bei, die sich immer weiterentwickelt und dabei ihre Wurzeln nicht vergisst.

TC


Genauso sehe ich das auch. Wie MRD es sagt, will ich Punk machen, dann muss ich Punk machen... will ich EBM machen, dann muss ich EBM machen... verwende ich zusätzliche Zutaten, wird etwas anderes daraus und es obliegt dem Konsumenten, ob ihm das neue Gericht schmeckt oder nicht. An diesem Punkt stoßen Musiker oftmals an Grenzen... an Grenzen beim Hörer, da die Wahrnehmung sehr feinfühlig ist und bei weitem nicht alle Hörer tatsächlich offen sind.

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Und wie nach einem Sommergewitter, dass die Straßen von Nothington vom Dreck befreit hat und für klare Luft sorgte, wurde es still um MRDTC, humorvoll könnte man jetzt fragen… Falsch abgebogen im Ort? 😉 Aber das wäre zu platt.

Was war los? Es wurde schlagartig sehr still um euch. Brauchte MRDTC eine Pause? Künstlerisch wie menschlich?

MRD

Da muss ich tatsächlich blitzartig intervenieren und diese Schuld auf mich ziehen. Um 2018-2020 war es nicht unbedingt gut um mich bestellt. Das war emotional eine sehr schlimme Zeit für mich. Ich hatte mit Entscheidungen zu tun, für die ich mich gehasst habe und ich habe viel zu spät begriffen, dass etwas, so sehr ich es auch wollte, für mich unerreichbar geworden ist. Das projizierte ich auf meine Umwelt, die ich nicht nur hinterfragt, sondern auch in Frage gestellt habe. Und das bezog sich auch auf MRDTC. Als ich verstand, welcher Verfolgung ich ausgesetzt war, musste ich radikal handeln. Aus heutiger Sicht war das die falscheste Entscheidung, die ich hätte treffen können und dafür möchte ich mich hier nochmal bei Tino entschuldigen. Eine Band wie unsere, hat auch immer eine starke Beziehungskomponente, die ich fast aufs Spiel gesetzt habe.

TC
Hab Dich auch lieb. 😉

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Leider sind die Zeiten nicht immer einfach auf der Welt. Eine Erfahrung die wir alle in den letzten 2 Jahren mit Corona machen durften, die euch als Musiker gebremst hat, vor allem das zu tun was das Musikerherz glücklich macht: Live perfomen. Noch dazu, ganz frisch der Krieg in der Ukraine.

Ihr habt Liar veröffentlicht, als Track der eine klare Haltung zeigt und ein deutliches Bekenntnis zur Freiheit ist. Ich kenne euch beide persönlich und weiß um euer Denken in vieler dieser Fragen.

Auf erschreckende Art und Weise trifft dieser Track Silbe für Silbe auf die derzeitige Situation zu. Behandelt sogar Machthaber Russlands aus dunklen Dekaden unserer Geschichte. Er tut geradezu weh beim Hören dieser Tage. Dafür könnt ihr als Künstler natürlich gar nichts.

Wie schwer fällt es euch derzeit, einen eigentlich so guten Track, zu hören?

TC


Ich denke „Liar“ ist nur ein Song. Als ich den Text geschrieben habe... das war noch vor der AfD, das war weit vor dem Krieg... History repeats itself... so heißt es und so ist es wohl. Wie gesagt, ich höre meine Musik nach Veröffentlichung nicht mehr, weil mit der Veröffentlichung der Prozess für mich abgeschlossen ist. Der Text ist selbstredend erschreckend aktuell, geht es doch um Despoten und Gräueltaten.

MRD

Natürlich sind wir aber auch Freunde der Demokratie. Wenn ich jetzt noch erwähne, dass ich bekennender Anarchist bin, halten mich die Meisten für einen Spinner. Mir ist natürlich vollkommen klar, dass wir nicht in Anarchie leben können. Anarchie kann aber ein System zum Absturz bringen und alles auf null setzen, damit man neu anfangen kann. Das geht natürlich mit Wahlen am besten. Dafür sollte aber ein Umdenken erfolgen und das sehe ich leider immer noch nicht. Ich verstehe absolut nicht, warum die Viecher ständig ihre Metzger wählen. Liar bringt die gesellschaftliche Sinnlosigkeit durch Diktatoren, Despoten und anderen Machtergreifern zum Vorschein und rechnet mit genau denen ab, die Demokratie unterwandern. Dass diese Systeme noch immer erfolgreich sind, sieht man auch in Europa. Das wird wohl auf ewig ein Thema bleiben und deshalb wird Liar auch einfach nicht alt. Direkt zum Start einen solchen Szene-Hit zu landen, war schon ganz cool.

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Wie sieht die Zukunft von MRDTC aus? Wollt ihr an euren Releases etwas ändern? Neue Formate, neue Wege? Tino ist sehr aktiv als Frontman und Musiker und wird wahrscheinlich nie auf nur einer Hochzeit tanzen. Das macht es sicherlich zeitlich schwierig, jedes Projekt braucht Zeit und Kopf. Ich kenne eure Ansprüche, sicherlich nicht immer Einfach alles unter einen Hut zu bekommen. Was macht ihr anders bzw. neu? Wird es Live Gigs geben?

MRD

Mit unseren bisherigen Veröffentlichungen haben wir in voller Länge gesagt, was gesagt werden musste. Heute möchte ich den Fokus aber eher auf wesentliche Dinge setzen. Deshalb kommt die Monarch EP auch sehr gut mit 6 Titeln aus. Es ist ein schlüssiges Konzept, durch das man sich mit hören und lesen durcharbeiten kann. Überhaupt haben wir das Konstrukt „MRDTC“ stark verändert. Und das betraf sogar die Arbeitsweise. Der gesamte Produktionsprozess fand, inklusive Gesangsaufnahmen, in meinem Studio statt. Das hat es vorher nicht gegeben und es war äußerst spannend und erfrischend, sich „face to face“ auf die Reaktionen und Ideen des anderen einzulassen und diese umzusetzen und auszuarbeiten. Die Ideen dahinter finde ich fast schon philosophisch und entstanden ausschließlich aus dem Umstand, dass wir tatsächlich zusammen gearbeitet haben. Konzerte sind ein Thema, welches nie wirklich auf dem Tisch lag. Du kennst uns zu gut. Das klassische Bühnenbild, einer am Mikro und einer am Synth, widerstrebt mir mittlerweile und langweilt mich. Da wir uns dazu noch keine Gedanken gemacht haben, wird es erst mal keine MRDTC Gigs geben. Außerdem hat Tino ja auch so schon genug zu tun, hehehe.

TC
Sehe ich auch so. MRDTC Konzerte sind aktuell kein Thema und ich finde es spannend, EP’s zu machen mit maximal 2-3 Titeln plus Remixes. Überschaubares Projekt, gut zu handhaben.

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Arbeitet ihr wieder mit einem Label oder alles in eigen Regie? Die Möglichkeiten heute bieten Raum für kleinere Bands flexibel zu agieren. Wo werden wir MRDTC in Zukunft finden?

TC


Wir wollen das ganze bewusst „klein“ halten, d.h. wir veröffentlichen nur über Bandcamp. Sollte sich ein Label für den Digitalvertrieb finden, sind wir sicher gesprächsbereit. Allerdings geht es uns in erste Linie um entspannten Spaß an und mit der Musik – dafür benötigen wir ein Label nur am Rande. 😉

MRD

Ich denke auch, dass Bandcamp eine gute Wahl ist, mehr Menschen in einem schnelleren Zeitraum zu erreichen. Der Großteil hört Musik unterwegs auf dem Smartphone. Warum also nicht von vornherein ein passendes Format anbieten, welches mit wenigen Klicks abrufbar ist? Da wir eher in der Position sind, als Inspirationsfläche zu dienen, statt kommerziell erfolgreich zu sein, schließe ich MRDTC auf dem jetzt schon vollgestopften CD Markt aus. Was die Zukunft bringt, warten wir aber lieber mal ab.

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Ihr wart für die neue EP „Monarch“ in Leipzig unterwegs und habt dazu einen Clip aufgenommen. Was gibt es zu erzählen zu den Tracks? Das Video, finde ich, ist klasse geworden, der selfmade Charakter verleiht dem ganzen gut Charme. Wie findet ihr Locations? Wer ist der kreative was solche Dinge betrifft bei euch? Videos & Artworks sind kein unwichtiger Teil des Ganzen.

MRD

Monarch ist unsere erste Veröffentlichung, dessen Konzept nur einer von uns entwickelt und den anderen damit abgeholt hat. Tatsächlich entstehen unsere Sounds und alles lyrische asynchron und werden an beiden finalen Punkten zusammengeführt. Bei Monarch hatte ich von Anfang an eine konkrete Idee. Textlich ist MRDTC ja nie eine Blumenwiese mit rosa Elefanten gewesen und da macht Monarch, aber auch Guns2Hearts keinen Unterschied. Musikalisch wollte ich einen differenzierten Ansatz und als ich Tino davon erzählt habe, war er vielleicht etwas skeptisch. Nach dem ich Text und Musik hinterhergeschickt habe, war er sofort dabei. Das zog sich dann auch durch den „Videodreh“ - an einem wunderschönen Tag in Leipzig. Ich hatte schon Kameraeinstellungen und ungefähre Ideen für Locations im Kopf, die Tino vervollständigt hat und dann haben wir einfach losgelegt. Dabei ist eine völlig entspannte und positive Atmosphäre entstanden, die ich bei der Weiterverarbeitung widerspiegeln und zeigen wollte. Ich denke, unsere Ernsthaftigkeit sollte spätestens mit #5SFN erkannt worden sein und da Monarch in eine subtile aber dennoch ähnliche Kerbe schlägt, wollten wir bei unserem ersten Video einfach etwas anderes machen.

TC
„Monarch“ ist der erste MRDTC Titel bei dem der Text nicht von mir stammt. Es stellt für mich auch keine Schwierigkeit dar, Texte aus anderer Feder zu singen. Sofern mir der Text zusagt und der Titel gut ist. Der Ansatz bei „Monarch“ war tatsächlich grundverschieden zu allem, was wir vorher gemacht haben, gab es in dem Fall ja sogar schon die Gesangsidee... ich hatte also absolut keine Denk- und Kreativleistung zu erbringen, ich musste lediglich einen Text singen. Das habe ich bislang, abgesehen von Coverversionen, vorher noch nicht gemacht. War für mich sehr interessant.

The-E-Blog- Irgendwelche Schlussworte?

MRD

Mein Schlusswort möchte ich an eine ganz bestimmte Band, bzw. einen ganz bestimmten Künstler richten. Dieser hat meine Musikwelt von Beginn an mit vielleicht 2 oder 3 anderen auf den Kopf gestellt. Und was habe ich nicht alles mit ihm mitgemacht. Da wäre das Flammenshirt aus dem 1998er Video, was schon damals grenzwertig war. Der furchtbare Auftritt 2000 beim Festival gegen Gewalt in Leipzig und noch mehr solche Fauxpas von Interviews über Hotelduschen mit Massagestrahl, bis hin zu unserer ersten Begegnung Ende der 90er im Capitol Hannover, die, vorsichtig ausgedrückt, etwas unglücklich war. Die darauffolgenden verliefen deutlich respektvoller. Es gab aber überwiegend schöne Momente mit der Band. Die markante Frisur, die wir versucht haben im Kollektiv bei uns nachzuschneiden. Das, heute immer noch, unfassbar gute 97er Album, welches in Japan ein verändertes Artwork bekommen musste. Das Poster, was in meinem Jugendzimmer hing, und ich als einziges aus dieser Sammlung noch immer habe. Die unzähligen Aufnahmen der 3 Labelepochen, die sich so lebendig anfühlen, wie bei kaum einer anderen Band. Ich habe beim Hören dieser Band gelacht und geweint und sämtliche Höhenflüge und Abstürze mit Musik dieser Band verarbeitet. Ja verdammt noch mal, sogar der Geburtstagswunsch meiner Mutter war es, diese Band mit mir live in unserer Heimatstadt Potsdam zu erleben, wo ich sie so glücklich gesehen habe, wie selten zuvor. Wir alle lieben And One, also reiß dich gefälligst zusammen, Steve.

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Abschließend bleibt zu sagen, dass es schön ist wieder von euch zu hören. Ich denke, viele Fans haben MRDTC vermisst. In den Clubs laufen eure Titel nach wie vor und bringen Menschen in Bewegung. Ich bedanke mich für eure Offenheit an dieser Stelle und freue mich, wieder über euch schreiben zu können.

Ich freu mich auf die EP.

Monarch - The Clip

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