Placebo Effect – Shattered Souls

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Daran hat ja nun wirklich keiner mehr geglaubt. 25 Jahre waren sie nicht da und haben die Fans damals mit einer Ankündigung verlassen. Shatter sollte eigentlich noch als Album erscheinen damals. Zur Band selbst muss ich glaube ich hier nichts sagen, es dürfte so ziemlich jeder ne Scheibe zu Hause haben.

Live waren sie rar, haben nur ausgewählte Festivals bespielt und damit war ihre Musik oftmals präsenter damals im Ohr, da sie in Clubs liefen, DJ Setlisten ausmachten etc.

Begonnen hat alles mal bei Danse Macabre dem Kultlabel rund um Bruno Kram und Das Ich.

Sie waren damals bekannt Sound im Stile der großen Namen wie Skinny Puppy, Front Line Assembly oder Numb zu machen, ohne dabei zu versuchen zu sein "wie" sondern dem ganzen Werk immer den eignen Stempel aufzudrücken.

Schon als die Ankündigung kam, hatte ich leichtes Gänsehaut Feeling, nur wenige Acts verstehen es noch Sound in diesem Gewand zu machen, dabei Emotionen zu transportieren oder dir ein Gefühl, wie glühenden Stahl, auf die Haut zu legen. Texte die an deinen Synapsen sägen, Angst, Verzweiflung, Schmerz transportieren.

Die Messlatte liegt hoch? Nein, Placebo Effect hat sie selbst hoch angelegt, Galleries of Pain, ist ne Marke. Gemessen daran wie oft einige der Titel noch laufen, getanzt werden bzw. als gezielte Wünsche geäußert werden.

Und schon beim ersten Titel "Dead and Buried"... Zack... Flashback. Seit ich den E-Blog habe, haben dieses Feeling nur 3 Künstler auslösen können. 2ndFace, T.A.N.K. und jetzt Placebo Effect. Wie eine schwere Glocke aus Stahl senkt sich der Opening Track herab und lädt dir ne Tonne Atmosphäre auf die Schultern. Leise, kriechend bahnt er sich den Weg, baut sich langsam und verstörend auf, wenn die Vocals aus der Hölle einsetzen macht sich Eiseskälte breit. Schon beim Intro das erste mal schwelgen in bizarren Landschaften voller atmosphärischer Elektronik. "Open Dead Eyes" setzt gnadenlos an dieser Stimmung an. Melodie suchst du vergebens, dich erwartet eine verstörende Melange aus langsamer treibender Atmosphäre und Vocals die sich ins Hirn fressen. Kalt, Gefühllos, Verstörend, Bizarr.

Sound den ich lange vermisst habe, das Erschaffen von Landschaften aus Musik, experimentelle Ansätze. Keine Struktur, kein roter Faden, nichts das dich leitet. Musik die dich Track für Track entführt, dir Ketten anlegt, dich niederdrückt, dir Luft nimmt, Angst verbreitet, Verzweiflung säht. Eine Sucht in dir Weckt, alle Titel zu hören.

Placebo Effect haben nichts verlernt, im Gegenteil, man hat das Gefühl die 25 Jahre Abstinenz prallen gebündelt als Klangwerk auf dich ein, wollen raus, suchen Hörer.

Handwerklich ein Genuss, Vocals so böse verzerrt, dass du wirklich hinhören musst, Details im Sound und die Kunst auch mit absolut minimalen Mitteln Emotionen zu transportieren die gewaltig sind. "Evil Dead Trap" ist ein gutes Beispiel dafür. Verzerrte Stimmen die aus einer Parallelen Dimension zu dir zu sprechen scheinen. Der Sound dazu Minimal, du fühlst dich wie in einer Zwangsjacke gefangen in einem dunklen, kalten Keller sitzend.

Eine Hammer Scheibe, die dich noch mal in Jahre zurück versetzt, die Erinnerungen weckt, du hast den Geruch von  Clubs und Disconebel in der Nase. Musik die mehr Ausdrückt und transportiert als vieles was ich kenne, zu der Mut gehört, die weit ab allem Mainstream ist und noch den Anspruch hat, gar nicht Massentauglich sein zu wollen. Musik der egal ist wer Du bist, warum du sie hörst, jeder wird anderes fühlen, und jeder wird anderes dahinein Interpretieren. Im Kern das, was große Kunst aus macht. Placebo Effect haben eine sehr Eindrucksvolle Rückkehr erschaffen. Ich freue mich jetzt schon irrsinnig das Live zu erleben. Eintauchen für eine Weile in andere Welten. Wer wissen möchte, fühlen möchte was diese Musik einmal Groß gemacht hat, findet in Shatttered Souls alle Bestandteile die ein gutes Album brauch. Es passt in kein Genre, in keine Schublade. Top Album 2020 und ein Must Have für alle die alternativen Elektro lieben. 

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