Sleepwalk – Tempus Vincit Omnia

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Ein Album welches noch 2017 das Licht der Welt erblickte ist das neue Werk von Sleepwalk. Tempus Vincit Omnia. Zeit überwindet alles, ein würdiger Name für ein Album das im 25. Jahr der Band Historie erscheint. Sleepwalk brachte seine ersten Werke 1993 noch als Tape auf den Markt.

Tempus Vincit Omnia hat was von guter Schweizer Schokolade, du packst sie aus, lässt es dir im Ohr zergehen und sinkst glücklich in den Sessel. Zwischen den Genren angesiedelt umschwirrt deinen Gehörgang feinst aufgearbeitetes Klangmaterial dessen Vielschichtigkeit erst mal gehört werden will. Nehmt euch Zeit und auch mal die Kopfhörer. Auch beim zweiten und dritten hören entdeckt man noch neues.

Es ist voll gepackt 15 Tracks + Intro warten auf CD1 und auf der CD 2 ein Reigen an Remixen und Reworks aus allerhand guten Händen. Es klingt für mich wie die Essenz aus 25 Jahren. Sleepwalk spielt nicht Einflüssen sondern setzt diese klar um. Gleich nach dem Intro macht dir Blood klar das neben guten Texten die Muskulatur deiner Tanzbeine ganz klar Ziel dieses Angriffs ist. Ein Tanzflächenbrecher, der in Clubs für ordentlich Bewegung sorgen sollte.

Schon hier ist zu hören das bis in die Ecken alles ausgefeilt ist, sehr gutes Sounddesign, keine Spielerein, auf den Punkt treibend. Das hier viel Erfahrung, Herz für Electronica und viel Motivation am Werken sind hört man dem ganzen Album an. Abwechlungsreich, Einflussreich, Instrumentales. Alles was gute Electroware aus macht. Beats, Emotionen, Chaos, alles was gute Electroware tief werden lässt. LSD ein Instrumentaltripp der dir gutes Handwerk in die Ohren führt. Experimentelle Einflüsse, kein Text und trotzdem Transportiert dich der Track.

Das es längere Zeit still um Sleepwalk war hatte viele Gründe. Nach der VÖ von Nibru stand ein Trauerfall in der Familie an, Gesundheitliche Probleme kurze Zeit später. Also nicht gerade erfreuliche Dinge, die aber zum Leben dazu gehören. Musik ist guter Kanal solche Emotionalen tiefschläge zu verarbeiten. Andreas und Bruno taten das mit Embrace, einem älteren Track der aber genau das zum Ausdruck brachte was die beiden in der Zeit zeriss im inneren.

Tempus Vincit Omnia entstand also über einen längeren Zeitraum und die Scheibe im Jahre 25 von Sleepwalk auf den Markt zu bringen war somit eine bewusste Entscheidung der Band.

Das klingt etwas nach Abschied, wird es aber nicht sein. Beide sind über Sleepwalk hinaus derzeit noch an anderen Projekten beteiligt. Über den Tellerrand arbeiten, neue Wege betreten, neue Erfahrungen sammeln. Was sich, so hoffe ich doch sehr, in ein paar Jahren in einer erneuten Sleepwalk Scheibe niederschlägt.

Zu entdecken gibts aber noch mehr. Conscience, mein persönlicher Favorit auf dem Album. Hammer Track zum Abtanzen, der will Body on Body auf Flächen zelebriert werden. Treibende Beats, Sphärische Elemente in feinster Melange. Robots gleich danach, minimaler Sound, 8-Bit Touch, richtig geil angelehnt an Kraftwerk Klassiker, Mit Beats und Sphäre ins hier und heute geholt.

Ihren Facettenreichtum zeigt auch The Slaughter sehr Eindrucksvoll. Pop Elemente, düstere Sphäre, treibende Beats. Disharmonien erzeugen ohne mit dem Hammer zu agieren. Die Vocals herrlich in den Sound gebettet. Klare Hitnummer auf der Scheibe. Hypnotic wird dich als nächses Fesseln und dir LSD noch mal nähr bringen. Starke Nummer vom Aufbau her, breite Soundscapes die zum verweilen einladen, düstere Vocals, Soundtrackartig, Ambient lastig... Einfach Klassse! Man hört die Jahrzehnte aus denen sie schöpfen können, kann Eintauchen und sich fallen lassen. Als wären sie nie weg gewesen, Druckvoll, Energiegeladen zurück ins Leben.

Auf der CD 2 Addendum Est überollt dich dann so einiges, absolut starke Remix Arbeiten von allerhand Namen haften Leuten. Pyrroline, No Sleep by the Machine, Trilogy, Tristate, kFactor und viele mehr. Dazu noch ein paar Tracks von Sleepwalk selbst. Die kannst du beide nacheinander weg hören und dir wird nicht langweilig.

Fazit: Ganze starkes Stück! Für Fans Herzensware und sollte sofort in die Sammlung assimiliert werden. Summum Bonum, Totum Bonum... Ich werd mir die Packung jetzt jedenfalls noch auf die Löffel geben.

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