Normalerweise würden hier ein paar lockere Zeilen zur Anreise und Ankunft auf dem FT stehen. Worte übers Wiedersehen nach einem Jahr und den Auftakt in ein FT Wochenende. Nicht dieses Jahr, denn kurz nach dem Schönen ereilte uns ein medizinischer Notfall, in dessen Folge wir ein Mitglied unserer Familie verloren haben.
Lars, ich sitze hier und hatte immer ...zack...die richtigen Worte zu Menschen, Bands, Dingen, die auf einem FT geschehen. Heute gehen mir 1000 Worte durch den Kopf und keins fühlt sich richtig an. Du bist am Donnerstag gekommen, um all das, was später noch hier zu lesen sein wird, zu erleben, zu fühlen, zu atmen. Deine Familie, deine Freunde und geile Stunden an einem Ort, der einmalig ist für uns. Doch trotz allen Kampfes, brach eine Endgültigkeit über uns zusammen, die nur schwer zu ertragen war und ist.
Ein Schock, der auf dem ganzen Platz spürbar war. So still war noch kein Tag und keine Nacht auf dem Treffen.
Über dich, Lars, möchte ich Melanie Römer zu Wort kommen lassen, auf deren Events du ebenfalls zu Gast warst.
Ein Familientreffen, das ich niemals vergessen werde. Zwischen Lachen und schönen Momenten hat uns das Leben auf grausamste Weise gezeigt, wie zerbrechlich alles ist.
Lieber Lars Karzewski
wir haben uns bei meiner Veranstaltung kennengelernt vor 11 Jahren ,Du warst ein so ruhiger, herzlicher Mensch und bist jedes Mal die fast sechs Stunden gefahren, um bei uns zu sein, um uns zu unterstützen ⚙️ 🖤
Am Donnerstag warst Du noch bei uns. Als ich Dich sah, erschrak ich – Du warst kreidebleich. Du hast noch zu mir gesagt, dass Du Dich erst einmal hinlegen gehst. Niemals hätte ich gedacht, dass das unsere letzten Worte sein würden.
Als der Notarzt kam, bin ich sofort hingeeilt, um zu helfen. Doch ich musste mit ansehen, wie Du Deinen letzten Atemzug gemacht hast. Dieses Bild wird mich noch lange begleiten. Es macht mich unendlich traurig und sprachlos.
Ich danke von Herzen allen Helfern, die bis zur letzten Sekunde alles versucht haben.
Lieber Lars ich hoffe so sehr, dass Du jetzt an einem Ort voller Frieden bist.
Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt Deiner Familie, Deinen Freunden und allen Menschen, die Dich geliebt haben. Es gibt Momente, die das Herz zerreißen und für die es keine Worte gibt.
Mach's gut, lieber Lars. Du wirst unvergessen bleiben.
Der Link zur Spendenaktion.
Wir haben den Donnerstagabend zusammen verbracht, ohne Musik, Disco und Tanz. Die ganze Familie auf dem Platz war einmalig in diesem schweren Moment. Ich hätte die Kamera auch nicht anfassen können. So kam eine sehr stille Nacht über uns und ein ganzer Platz musste sich vom Schock des Tages erholen.
Familien XIX Treffen
FreitachNachdem sich der Schreck und alles Drumherum fürs Erste gelegt hatten, begann das Leben am Freitagvormittag deutlich langsamer. Unser Team vom Frühstück hat wieder alles Leckere zusammengezaubert, und bei einem Kaffee und ’ner zünftigen Semmel kam man langsam wieder zu Kräften. Fast jeder wird es bezeugen können: Gespräche an einem FT Morgen, an dieser Stelle, können alles beinhalten, was das FT Leben hergibt: kleine Dramen, vorübergehende Amnesie, sie können flach sein, sodass sie unter jeden Türspalt passen. Hätte man schon lange mal ’n Podcast draus machen müssen.
Aus den Geräuschen, die man da wahrnimmt, wenn so manch einer, noch motorisch leicht unsicher, zum Kaffeebecher greift, oder beim langsamen Hinsetzen. Junge, ich begreife die Chancen immer erst zu spät! Ich könnte schon längst ’ne erfolgreiche Industrial Band haben. Wenn ich die Sounds konsequent aufgenommen hätte über die Jahre und damit zu T.A.N.K. gegangen wäre, damit wir mit seinen Zauberkisten daraus was sampeln, was wir dann durch Filter schieben, komprimieren, verdichten, mit Elsterglanz polieren. Hätte ich das dieses Jahr Daniel Myer in die Hand drücken können und der hätte das wahrscheinlich nur 3 Min. jongliert, an seinem Maschinenpark vorbeigetragen, und ich hätte ein Mörderalbum! Chance verpasst! ;-).
Damit ist man schon beim Frühstück, irgendwie, musikalisch in der Materie. Der Tag war schön im Kreise aller und gegen Abend näherte sich der Zeitpunkt, auf den wir alle warteten. Das Festivalgelände ging auf, auf der Bühne schimmerte Licht, Arnte, Kazim und das Team Technik hatten alles gerüstet, geregelt, gepegelt.
Die Bühne war noch leer, aber sah schon geil aus. Der erste Weg zum Met-Stand: Tradition. Der Merch prall gefüllt und Sabrina und ihre Helfer sowie Hate You parat, die Kaufwut der Familie zu stillen.
Angstfabrikk waren die erste Band des Abends. Eric Mash, ein wundervoller Mensch. Jahrzehntelang hat er versucht, die Kultur der Hawaiihhemden in Sandersleben zu etablieren. Und dieses Augenzwinkern hat er mit Angstfabrikk auch schon mehrfach musikalisch unter Beweis gestellt. Stammgast auf dem Platz, ein Auftritt war schon mehrfach Gesprächsthema zwischen uns, aber darauf habe ich keinen Einfluss. Auch wenn ich sehr nah ran darf, möchte ich mir die gewisse Magie, jedes Jahr nicht nehmen. Line-Up machen gewisse Leute und ich erfahre, genau wie ihr, alles erst, wenn es offiziell über die FT Kanäle geht. Daher fand ich es mega, dass es endlich klappte!

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Warum man das Familientreffen als kleines Festival lieben MUSS, ja, groß, ich könnte auch noch 1200 Ausrufezeichen dranpacken, in Rot, damit es wirkt wie eine Verschwörungstheorie, die heutzutage mehr Leser findet. CK 37, eine mir unbekannte Band, aus Schweden, Newcomer, wenn man so sagen mag. Bekommen ’nen vollen Slot Spielzeit, um ihr Können zu zeigen. Und sobald da etwas positive Vibes vom Publikum zur Bühne fliegen, hobeln die gut Gelände klein. Geile Show!

Manipulation, da könnte man den Text von CK 37 abwandeln. Nur hier ein älteres Projekt das auf die Bühne zurückkehrt und wir ein komplettes Set erleben durften. Irre authentisch im Ganzen, da war die Pause kaum zu spüren. Immer wieder der absolute Reiz für mich. Da waren auch gleich Menschen vor der Bühne und genossen alles was aus den Boxen kam.

TRILOGY Zeit. Der Beton war gut aufgewärmt und zurechtgetrampelt für das nun folgende Getöse. Ein Synthie, ein Live Drum und ein Mikrofon samt Shouter, mehr braucht’s nicht, und dann rollt ’ne Wand aus Blut, Stahl und Eisen auf dich zu. Das schlug auch sofort Wellen auf dem Beton und die ersten kleineren Stampeden setzten ein. Genuss pur mal wieder!

Jetzt waren die Leute einmal heiß, genau der passende Zeitpunkt für Kreign nochmal das letzte aus den Leuten zu holen. Ohne lange Atempause hobelten die mal Schwingungen die Luft die man sehen konnte. Da flogen Tanzbeine, künstliche Hüften und Gelenke hinter mir, das es ein Fest war! Geile Druck Dusche!

Das Finale machte Pro Patria. Zum zweiten Male auf dem Platz und der Bühne. Der machte kein langes Warm-Up sondern legte auch gleich mit voller Drehzahl auf der Welle los. Vor der Bühne war gut Bewegung und es war ein perfekter Abschied in die Nacht, die noch lange nicht zu Ende war. Im Zelt sorgten DJ Matze, PuPPe und Paradroid für weitere Tanzfreuden und auf dem Platz wurde sehr lange zusammen gesessen.

Der Samstag kommt morgen bis dahin viel Spaß mit den Fotos!

